EARLYdrain – lumbale Drainage nach aneurysmatischer Subarachnoidalblutung

Patienten mit einer Subarachnoidalblutung (SAB) aus einem Hirngefäß-Aneurysma sind im Wesentlichen durch zwei medizinische Probleme gefährdet. Zum einen kann eine zweite, oft schwerer verlaufende Hirnblutung -  meist aus dem selben Aneurysma – auftreten und zum anderen können die Patienten eine Verkrampfungsreaktion der Blutgefäße des Gehirns erleiden, den sogenannten Vasospasmus.

Das erste dieser Probleme wird durch eine frühzeitige Behandlung der Blutungsursache behoben (entweder durch operatives „Clipping“ oder interventionelles „Coiling“).

Der Vasospasmus ist schwieriger zu behandeln. Die Wahrscheinlichkeit des Auftretens eines symptomatischen Vasospasmus nach aneurysmatischer Subarachnoidalblutung beträgt je nach Definition zwischen 30 und 60 %. Die Folgeerscheinungen eines Vasospasmus der Hirngefäße können bleibende neurologische Defizite bis hin zum Tod durch einen schweren Infarkt des Gehirngewebes sein. Der Mechanismus, der zur vasospastischen Gefäß-Verkrampfung führt, ist nur unvollständig bekannt. Die bisher einzige bekannte vorbeugende Behandlung ist die Gabe des Kalzium-Antagonisten Nimodipin.

Man geht davon aus, dass das in den Subarachnoidalraum austretende Blut entscheidend ist für das Auftreten von Vasospasmus. Retrospektive Studien haben Hinweise dafür geliefert, dass eine frühzeitige Entfernung dieses Blutes über eine lumbale Drainage, die Inzidenz des Vasospasmus deutlich verringert.

Durch die EarlyDrain-Studie soll nun in einem multizentrischen prospektiven randomisierten Setting die Hypothese geprüft werden, dass das klinische Outcome nach aneurysmatischer SAB durch frühe lumbale Liquordrainage verbessert und dass die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Vasospamus verringert wird. Der Studienablauf ist sehr einfach gehalten:

Unmittelbar nach Versorgung des Aneurysmas wird in einer Gruppe von Patienten eine lumbale Drainage eingebracht und über mehrere Tage kontrolliert 5 ml/h Liquor gefördert. Das Auftreten von Vasopsamus wird mittels einer Angiographie der zerebralen Gefäße nach 7-10 Tagen nach SAB evaluiert. Das klinische Ergebnis wird nach 6 Monaten mittels persönlicher Befragung oder telefonischem Interview ermittelt unter Zuhilfenahme der modified-Rankin-Skala (mRS). Die ermittelten Parameter werden mit denen einer Vergleichsgruppe verglichen, die keine lumbale Drainage nach SAB erhalten hat. Die Zuteilung der Studienteilnehmer zu den beiden Gruppen erfolgt durch Randomisierung (für Details zu EARLYdrain beachten Sie bitte das Studienprotokoll).

http://clinicaltrialsfeeds.org/clinical-trials/show/NCT01258257

Stand der Studie

Studienzentrale

Charité – Universitätsmedizin Berlin | Klinik für Neurochirurgie mit Arbeitsbereich Pädiatrische Neurochirurgie

Weitere Zentren

  • Neurochirurgische Klinik | Universitätsklinikum Erlangen
  • Klinik für Neurochirurgie | Städtisches Klinikum München Bogenhausen
  • Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie | Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
  • Neurochirurgische Klinik | St. Barbara-Klinik Hamm
  • Neurological Institute and Hospital | McGill University Montreal
  • Klinik für Neurochirurgie | Kantonsspital St. Gallen
  • Neurochirurgische Universitätsklinik | Universitätsmedizin Mainz
  • Neurochirurgische Klinik und Poliklinik | Klinikum rechts der Isar der TU München
  • Klinik für Neurochirurgie | Universitätsklinikum Essen
  • Klinik für Neurochirurgie | Universitätsklinikum Greifswald
  • Neurozentrum | Universitätsklinikum Freiburg
  • Klinik für Neurochirugie | Universitätsmedizin Göttingen
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    Bisher konnten insgesamt 107 Patienten in folgenden Zentren in die Studie eingeschlossen werden

    Berlin 29
    München rechts der Isar 21
    Göttingen 19
    Mainz 13
    St. Gallen 6
    Erlangen 5
    Montreal 4
    München Bogenhausen 3
    Essen 3
    Greifswald 2
    Hamm 1
    Freiburg 1